Warum wir jetzt aufstehen müssen

„Es ist besser, ein kleines Licht zu entzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen.“ – Konfuzius

Ich habe in meiner „Motivation“ geschrieben, dass ich Hoffnung geben will. Mit diesem Artikel will ich damit den Auftakt machen. Ich habe an mir persönlich gemerkt, wie mir selbst die Hoffnung mittlerweile fehlt. In meinen Artikeln und meiner Recherche habe ich mich so stark auf das aktuell sehr kranke System konzentriert, in dem wir leben, so dass es mich selbst runtergezogen hat.

Darum will ich heute im Sinne von Konfuzius ein Licht anzünden. Ich möchte euch einmal aufzeigen, warum wir keine andere Wahl haben, warum wir jetzt aufstehen müssen. Ich werde deshalb auch in meinen kommenden Beiträgen immer Handlungsempfehlungen abgeben.

 Aber erstmal zurück zum Thema:

Im Grundgesetz steht geschrieben, dass alle Macht vom Volk ausgeht. Genau diese Macht ist in den letzten Jahren verloren gegangen. Aktuell hängt die Macht, die eine Person im Staat ausübt, sehr stark von seinem Geldbeutel ab. Wir leben weniger in eine Demokratie als mehr in einer Plutokratie.

Doch genau diese Macht müssen wir uns zurückholen. In der Vergangenheit hat dies immer mal wieder für einzelne Themen funktioniert. Eine Geschichte will ich hier einmal näher ausführen:

Merkel sagte im Jahr 2000 zur Debatte des Ausstiegs aus der Kernenergie: „Ich brauche nicht zu betonen, dass ich immer anderer Meinung war und die friedliche Nutzung der Kernenergie für vertretbar halte“. In den Jahren danach machten Merkel und die Union keinen Heel daraus, dass sie den Atomausstieg sofort rückgängig machen würden, wenn sie die Möglichkeit dazu bekommen würden. 2009 war mit der neuen schwarz-gelben Regierung dieser Zeitpunkt gekommen und im Herbst 2010 wurde die Laufzeitverlängerung beschlossen. Es lief alles nach Plan. Doch dann kam das Unglück von Fukushima. Was dann passierte wird oft verdreht dargestellt. Aufgrund des Superwahljahres und insbesondere der Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg nur 2 Wochen nach der Katastrophe, befürchtete die Regierung harte Stimmenverluste und beschloss zunächst ein Moratorium für die Atomkraft. Als die CDU dann ihre Mehrheit in Baden-Württemberg an die Grünen verlor und die massiven Proteste auf der Straße nicht leiser wurden, beschloss man im Juni 2011 den endgültigen Ausstieg aus der Atomkraft. Oft wird heute davon gesprochen, das Merkel 2011 mit dem Atomausstieg die Energiewende eingeleitet hat. Dabei wurde die Energiewende von rot-grün schon 2000 beschlossen. 2011 wurde lediglich die Laufzeitverlängerung zurückgenommen und das nicht von Merkel, sondern das Volk hat diesen Sieg erstritten. Wäre damals niemand auf die Straße gegangen, dann würde das letzte Kernkraftwerk in Deutschland nicht im nächsten Jahr abgeschaltet.

Ähnliches ist passiert bei der CO_2 Steuer im Herbst 2019 als bundesweit ca. 1,4 Mio. Menschen am weltweiten Klimastreik teilnahmen. Im Juli 2012 lehnte das Europaparlament mit großer Mehrheit das ACTA-Abkommen ab, nachdem im Februar über eine halbe Million Menschen europaweit protestierten. 2003 protestierte ein halbe Million Menschen in Berlin gegen den Irak-Krieg, was auch ein wichtiges Signal war für Schröder, damals bei seinem Nein einer Deutschen Unterstützung zu bleiben. Und das sind nur einige Beispiele.

Im Rückblick sind das immer schöne Geschichten, doch das alte Sprichwort: „Von nichts, kommt nichts.“ bewahrheitet sich hier einmal umso mehr. Wenn wir was verändern wollen, dann müssen wir aktiv werden. Dann reicht es nicht alle 4 Jahre einmal ein Kreuz irgendwo zu setzen. Dann müssen wir die gewählten Vertreter durchgehend daran erinnern, wofür wir sie gewählt haben. Wir müssen raus aus der Komfortzone, raus auf die Straße und rein in die Diskussionen.

In einer Zeit in der:

  •  das gesellschaftliche Versprechen der Politik auf ein würdiges und gutes Leben für ALLE gebrochen wurde.
  • die Börsen neue Rekorde feiern, obwohl wir in der größten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit sind.
  • der Staat für Konzerne und Aktionäre Milliarden verschenkt und für die Krankenschwester nur klatschen übrighat.
  • ein deutscher Arbeitsplatz in der Rüstungsindustrie mehr Wert ist als ein Kinderleben im Jemen.
  • man durch Arbeit gerade so überleben kann, aber sich Vermögen schneller vermehrt als man es zählen kann.
  • wir in der Pandemie im Privaten jede Einschränkung hinnehmen müssen, aber es einen Freifahrtschein für die Industrie gibt.
  • der Rüstungsetat jedes Jahr schneller steigt als jedes andere Ressort.
  • wir unseren Planeten zerstören, aber die Politik lieber auf Lobbyisten hört, als was dagegen zu tun.

Genau in dieser Zeit leben wir heute, jetzt in diesem Augenblick.

Wir können das alles hinnehmen, als wäre es von Gott gegeben oder wir können anfangen, dagegen aufzubegehren und aufzustehen. Wir können der Politik klar machen, von wem sie gewählt wird und wen sie vertreten sollte.

Wir können uns entweder wie die Römer vor 2000 Jahren weiter durch „Brot und Spiele“ ablenken lassen, unseren Hintern auf der Couch lassen und uns durch die nächste sinnlose Sendung im TV schlagen, oder wir können anfangen den Politkern unsere Meinung zu sagen.

Lasst die Postfächer eurer Abgeordneten überquellen, sprecht mit Freunden und Verwandten darüber, geht auf die Straße und brüllt, so dass eure Stimme lauter ist als das Geflüster der Lobbyisten.

Macht das Licht zu einem Feuer, was die Korruption wegbläst und uns wieder an den Schalthebel setzt. Lasst uns den Kampf kämpfen, anstatt ihn auf der Couch auszusitzen. Die Zeit zuzuschauen ist vorbei.

Du bist am Zug.

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